Zindzi Mandela – Südafrika nimmt Abschied

Zindzi Mandela with Nelson Mandela

Zindzi Mandela with Nelson Mandela – ©Nelson Mandela Foundation

Ganz Südafrika trauert mit Familie Mandela. Im Alter von 59 Jahren verstarb Zindzi Mandela am 13. Juli 2020 in einem Krankenhaus in Johannesburg. Sie war die Tochter des ehemaligen Präsidenten der Republik Südafrika, Nelson Mandela († 2013), und seiner ehemaligen Frau Winnie Madikizela-Mandela († 2018). Der Grund für ihr Ableben bleibt ungeklärt, doch die Familie bestätigt, dass Zindzi Mandela am Tag ihres Todes positiv auf Coronavirus SARS-Cov-2 getestet wurde.

Die Anti-Apartheid-Aktivistin Zindziswa «Zindzi» Mandela erlangte im Januar 1985 internationale Bekanntheit. Anlass war ein Freilassungsangebot von Präsident Pieter Willem Botha († 2006) an ihren Vater. Die Bedingung der Freilassung: Nelson Mandela soll sich gegen Gewalt als Mittel zum Kampf für politische Veränderung in Südafrika aussprechen. Mandelas lehnte dieses Angebot ab. Seine Tochter las seine Stellungnahme in einem Stadion in Soweto, Johannesburg, tausenden von Menschen vor. «Eure und meine Freiheit sind nicht zu trennen.» Ihre Stimme verkündete die Botschaft ihres Vaters und verlieh dem Schrei ihres unterdrückten Volkes Ausdruck.

Als Tochter von zwei der einflussreichsten Anti-Apartheid-Aktivisten schien es Zindzi in die Wiege gelegt, dass auch sie zu einer Kämpferin für Freiheit und Rechte heranwuchs. Bereits mit 12 Jahren schrieb sie ihren ersten Brief an die UN, worin sie um Schutz für sich selbst und ihre Mutter bat. Ausserdem war sie Mitglied der Free Mandela Kampagne und kämpfte an vorderster Front für die Freiheit ihres Vaters und ihres Volkes. Doch nicht nur Taten, sondern auch Worte machte sich Zindzi im Kampf gegen die Apartheid zu Nutze. In Form von Poesie beschreibt sie ein Leben unter der Apartheid im Buch «Black as I am», welches 1978 veröffentlicht wurde.

Während ihres Amtes als südafrikanische Botschafterin in Dänemark, welches sie seit 2015 innehatte, drängte sie für weitere Reformen in ihrem Heimatland. Die Veränderungen seit der politischen Wende 1990 genügten ihr nicht.

Im Jahr 2019 veröffentlichte Zindzi Mandela auf Twitter politisch kontroverse Äusserungen. Diese führten zu Protesten aus konservativen Lagern: Beispielsweise AfriForum, eine Organisation, die sich für den Erhalt der Afrikaans Kultur einsetzt – und hauptsächlich aus Weissen besteht – empfand die Tweets als rassistisch gegenüber weissen Südafrikanern. Sie forderte, dass Zindzi ihres Amtes als Botschafterin enthoben würde. Infolgedessen wurde sie öffentlich durch die südafrikanische Aussenministerin Naledi Pandor zurechtgewiesen, ihre Position konnte sie jedoch behalten.

Trotz Kontroversen bleibt Zindzi für viele Südafrikaner eine Nationalheldin, welche Geschichte geschrieben hat. Südafrika nimmt Abschied von Zindzi Mandela, doch die Rufe nach Freiheit und Gleichheit sind noch lange nicht verklungen.

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