In einem Beitrag in den sozialen Medien wird behauptet, dass COVID-19 nicht existiere, sondern eine normale Grippe und die Pandemie ein abgekartetes Spiel der Regierung sei. Im Internet kursiert ein Zitat von Dr. Kary B. Mullis, Nobelpreisträger und Erfinder des PCR-Tests, welches beteuert, dass die PCR-Tests das Virus nicht nachweisen können. Reuters ist diesen Behauptungen auf den Grund gegangen. Das Ergebnis des Faktenchecks ist deutlich: Es handelt sich um falsche und unfundierte Behauptungen.
Behauptung 1:
Es gibt kein Virus, welches COVID-19 verursacht und die Pandemie ist eine totale Lüge.
Das sind die Fakten:
COVID-19 wird durch das Virus «schweres akutes respiratorisches Syndrom Coronavirus 2» (SARS-CoV-2) verursacht. Dieses Virus identifizierten chinesische Behörden am 7. Januar 2020. Bisher registrierte die WHO mehr als 28 Millionen bestätige Infektionsfälle und 922’252 Todesfälle.
Behauptung 2:
COVID-19 ist eine Grippe. Dieses Jahr soll die gleiche Anzahl Menschen an der Grippe erkranken, neu wird diese aber «COVID-19 – das tödliche Virus» genannt.
Das Resultat des Faktenchecks:
COVID-19 ist nicht gleich wie eine Grippe. Bei beiden Krankheiten handelt es sich um Atemwegserkrankungen, verursacht allerdings durch zwei unterschiedliche Viren. COVID-19 wird durch SARS-CoV-2 ausgelöst, die Grippe durch Influenzaviren. Alle zwei Wochen veröffentlicht die britische Regierung Grippeberichte. In den letzten acht Wochen wurden keine Proben positiv auf Influenza getestet. Zwischen dem 23. Juli und dem 2. September 2020 wurden 45’000 COVID-19-Fälle in Grossbritannien diagnostiziert. Gemäss der Vaccine Knowledge Project Forschungsgruppe der Universität Oxford treten die meisten Grippefälle zwischen Dezember und Februar auf.

Behauptung 3:
Der RT-PCR-Test war nie dazu gedacht auf irgendein Virus zu testen, einschliesslich den des COVID-19. Der Test testet das Chromosom 8.
Das sind die Fakten:
Der Polymerase-Kettenreaktionstest (PCR-Test) weist genetische Sequenzen des Virus nach, aber nicht das Virus selbst. Jedes Virus hat sein eigenes Muster von RNA (Ribonukleinsäure)-Material. Der PCR-Test weist in der Abstrichprobe spezifisch das RNA-Material von SARS-CoV-2 nach, beziehungsweise das Vorhandensein des Virus.
Social-Media-Benutzer schrieben fälschlicherweise dem Erfinder des PCR-Tests Dr. Kary B. Mullis die Aussage zu, dass der Test Viren nicht nachweisen kann. Sie rissen eine Aussage aus dem Zusammenhang und verfälschten deren ursprüngliche Bedeutung.
Behauptung 4:
Es sind keine Politiker gestorben, kein Politiker seinen Job verloren und ihre Geschäfte nicht geplündert. Dies weist darauf hin, dass die Pandemie eine Regierungseinrichtung ist.
Der Faktencheck zeigt folgendes:
Mehrere US-Politiker sind gestorben. Unter anderem der ehemalige republikanische Präsidentschaftskandidat Herman Cain im Juli 2020, der Vertreter des Bundesstaates South Dakota Bob Glanzer und der Vertreter des Bundesstaates Louisiana Reggie Bagala im April 2020, sowie Isaac Robinson, der Repräsentant des Staates Michigan, im März 2020.
Weltweit haben verschiedene Politiker im Zusammenhang mit COVID-19 ihren Arbeitsplatz verloren. Der niederländische Minister für medizinische Versorgung Bruno Bruins brach während einer parlamentarischen Debatte über die Pandemie vor Erschöpfung zusammen. Er trat im März 2020 zurück.
Es gibt zwar keine Beweise, dass Politiker Geschäfte plünderten, die negativen Auswirkungen des Coronavirus betreffen sie dennoch. US-Präsident Trump verlor schätzungsweise 1 Milliarde Dollar. Seine Organisation musste 17 Liegenschaften schliessen und 1’500 Mitarbeiter entlassen. Jay Robert Pritzker, Gouverneur von Illinois, gehört die Hotelkette Hyatt. Aufgrund der Pandemie entliessen sie 1’300 Mitarbeiter und kürzten die Gehälter für Führungskräfte und Vorstandsmitglieder.

Fazit des Faktenchecks:
COVID-19 ist eine echte Krankheit und nicht gleich zu setzen mit der gewöhnlichen Grippe. Die PCR-Tests können das Virus nachweisen und verschiedene Politiker waren und sind persönlich vom Virus betroffen. Sie haben ihren Arbeitsplatz, ihr Vermögen oder teilweise sogar ihr Leben verloren.